Leftover Women begleitet drei erfolgreiche, gebildete Frauen in China. Qiu Hua Mei ist Anwältin, Xu Min arbeitet beim Radio, und Gai Qi lehrt als Assistenzprofessorin an einer Universität in Beijing. Ungeachtet ihrer Erfolge gelten sie im Blick von Familie und Gesellschaft als gescheitert an einer zentralen Erwartung: der Heirat. Dafür werden sie mit dem gesellschaftlichen Label der sogenannten sheng nü (剩女) belegt – „übrig gebliebene Frauen“, ein Begriff für Frauen, die in China in ihren späten Zwanzigern und darüber hinaus unverheiratet bleiben.
Der Film beobachtet ihre Begegnungen mit Heiratsagenturen, arrangierten Treffen und elterlichem Druck und zeigt eine Gesellschaft, in der Ehe weiterhin als soziale Pflicht verstanden wird. Zwischen tradierten Rollenbildern und modernen Lebensentwürfen versuchen die Protagonistinnen, ihren eigenen Weg zu finden. Mit großer Nähe und ruhiger Beobachtung erzählt Leftover Women von Selbstbestimmung und Loyalität und davon, was geschieht, wenn persönliche Wünsche mit gesellschaftlichen Erwartungen kollidieren.
Über die Regisseurinnen
Shosh Shlam und Hilla Medalia zählen zu den international renommierten Dokumentarfilmerinnen mit einem besonderen Fokus auf gesellschaftliche Umbrüche und individuelle Lebensrealitäten. Ihre Filme wurden weltweit auf renommierten Festivals gezeigt, darunter Sundance, Tribeca und Hot Docs. Bereits mit Web Junkie lenkten sie internationale Aufmerksamkeit auf soziale Phänomene im heutigen China. In Leftover Women setzen Shlam und Medalia ihre präzise, beobachtende Arbeitsweise fort. Mit sensibler Nähe und ruhiger Inszenierung erzählen sie von familiären Bindungen, gesellschaftlichen Erwartungen und dem Wunsch nach Selbstbestimmung und zeichnen ein vielschichtiges Porträt moderner Frauen im heutigen China.